Automatisierung - 3 Beispiele

Der heutige Beitrag hat weniger mit unserem eigenen Business zu tun, sondern widmet sich dem Thema "Automatisierung" - immerhin einem nahe verwandten Genre unseres Kerngeschäftes der Appentwicklung

 

 

Der digitale Darwinist und Evangelist Karl-Heinz Land hat bei der Langen Nacht der Jungen Wirtschaft im Jahr 2016 bereits folgenden Satz von sich gegeben, der bei mir fest in Erinnerung geblieben ist: "Alles was sich automatisieren lässt wird automatisiert werden und alles was sich digitalisieren lässt wird digitalisiert werden!" Damit hat er auf jeden Fall recht behalten.

 

Wir wollen heute zumindest auf 3 Beispiele eingehen, die eine Automatisierungsstufe darstellen, die man sich vor 20 Jahren noch kaum ausdenken konnte. Viel Spaß beim sichten der Videos.

Roboter im Kuhstall

Der "Bauer" als idyllischer Beruf, wie man ihn aus Kinderbüchern kennt existiert nicht mehr - zumindest nicht in Zentraleuropa. Die Digitalisierung hat längst Einzug gehalten in der Landwirtschaft - eine der am stärksten von Automatisierung geprägten Industrien weltweit. Von der automatischen Fütterung durch einen autonom fahrenden Fütter-Roboter (inkl. automatischer Befüllung des Fütter-Roboters selbst durch einen weiteren Roboter) über das automatisch am Boden fahrende Förderband zum Abtransport des Mistes - in modernen Kuhställen findet man viele von Maschinen ausgeführte Vorgänge, die vor wenigen Jahrzehnten noch zu 100% von Menschenhand verrichtet wurden.

 

Dabei darf ein Melkroboter natürlich nicht fehlen: automatische Identifikation der Kuh, Reinigung der Zitzen, sogar der Vorgang des "Ankoppelns" der Kuh an den Melkautomaten erfolgt vollautomatisch. Der Melkvorgang an sich ist nur eine Kleinigkeit zwischendurch - denn am Ende wird auch noch die Milch vermessen, auf bakterielle Belastung untersucht und der Gesundheitsstatus der Kuh ausgegeben bzw. in eine Datenbank geschrieben.

 

Freies Zitat aus dem unten angehängten Videobericht: "Die Automatisierung führte zu einer kompletten Änderung einer Branche! Es gibt nicht genügend Personal um die Bedürfnisse des Marktes nach Milch zu bedienen." Am Ende des Berichtes hört man den Sprecher des  Videos noch in etwa folgendes sagen:  "Automatisierung ersetzt Arbeitsplätze. Aber wo es darum geht als (Familien-)Betrieb überleben zu können denkt man vielleicht nicht vorrangig an das große Ganze." Ein Satz, den wir am Ende dieses Beitrages nochmal genauer betrachten wollen.

Roboter im Baugewerbe

Eine andere Branche erfährt zurzeit ebenfalls was es heißt einem Trend unterworfen zu werden. 3D-Drucker stehen in den letzen Jahren vor allem im "Rapid Prototyping" hoch im Kurs. Doch wer hätte gedacht, dass diese Technologie schon bald ganze Häuser im Schnelldruckverfahren erzeugen kann. Manche Firmen werben bereits jetzt damit, kleine Häuser innerhalb von 24 Stunden per Knopfdruck aus dem Boden stampfen zu können. Im unten stehenden Video findet ihr 2 unterschiedliche Herangehensweisen, die die Daniel Düsentriebs der Baubranche hervorgebracht haben. Kostengünstig und Schnell - das sind die größten Argumente die in diesem Sektor angeführt werden.

Roboter im Operationssaal - der "da Vinci Roboter"

Der "da Vinci Roboter" ist ein roboter-assistiertes Chirurgiesystem mit welchem minimal-invasive Operationen im urologischen und gynäkologischen Bereich durchgeführt werden. In diesem Fall wird die Automatisierung nicht dazu verwendet, um schneller oder kostengünstiger arbeiten zu können, sondern verfolgt einen anderen Zweck! Operationen mit diesem Roboter dauern nämlich länger und sind durch die hohen Anschaffungs-, Instandhaltungs- und Aufbereitungskosten auch deutlich teurer als manuell geführte Operationen.

 

Warum also wird auf diese Technologie gesetzt?

Zum einen, weil der Operateur eine wesentlich bessere Körperhaltung einnehmen kann wodurch er in der Lage ist länger und konzentrierter zu arbeiten. Außerdem wird durch die vergrößerte Anzeige der Organe und Operationswerkzeuge das Arbeiten vereinfacht - die Technik "bereinigt" sogar manche Bewegungen des Operateurs. Der Hauptgrund ist jedoch, dass Operationen, die mit diesem Roboter durchgeführt werden, meist besser verheilen, weil die Eingriffe mit kleineren Operationswunden und weniger Blutverlust einhergehen. 

 

Unserer Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Operateure von jedem Ort der Welt aus ihre "Finger im Spiel haben" und Eingriffe über das Internet absolvieren können - HomeOffice im Operationssaal also. (In einem unserer früheren Blog-Einträge haben wir davon berichtet, wie unser Alltag im Home-Office aussieht.)

Was hat Automatisierung mit Outsourcing zu tun?

Abschließend noch eine Anmerkung in eigener Sache - wie oben bereits erwähnt:

 

Wurde vor wenigen Jahren noch darüber protestiert, wie viele Arbeitsplätze die Automatisierung in Zukunft vernichten wird, so ist inzwischen beinahe jedem  bewusst, dass diese Technologien keine Arbeitsplätze vernichten, sondern sogar eine Vielzahl an zusätzlichem personellen Aufwand in neu entstehenden Industriefeldern schaffen können. Hätte man den Erfinder der Nähmaschine hinrichten sollen, oder ist es vielleicht besser die neu entstehenden Arbeitsplätze in den Stoff-erzeugenden Fabriken hochleben zu lassen? Eine schöne Stellungnahme dazu von Jörg Lipinski in seinem Blog. In ähnlicher Weise werden auch wir von SeppsApps.com von Zeit zu Zeit angesprochen - ob wir uns nicht dafür verantwortlich fühlen, dass aufgrund unserer Outsourcing-Strategie nach Indien hier in Zentraleuropa Programmierer arbeitslos bleiben. Wir sehen das so: indem wir hochqualitative und kostengünstige Apps liefern können, tragen wir in Österreich dazu bei neue Unternehmen überhaupt erst entstehen zu lassen wodurch neue Arbeitsplätze entstehen. Wir freuen uns darüber, dass österreichische StartUps durch unsere Software den Sprung von der Idee in die Realität schaffen und sind stolz auf jede von unseren  Entwicklern umgesetzte App. Und außerdem: sollte jemand einen arbeitslosen Programmierer kennen gebt ihm bitte unsere Kontaktdaten. Wir suchen gerade händeringend gute Leute - so wie alle in unserer Branche.

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