Big brother is watching you!

Ein Vergleich von Gratis-Apps zur Videoüberwachung von Alex Schussnig

Der heutige Blogeintrag beschäftigt sich mit meiner Recherche zum Thema Videoüberwachung meines Haustiers. Wir haben einen kleinen aufgeweckten Rabauken zu Hause, der sobald ich bei der Tür hinaus gehe, nur Unsinn im Kopf hat - natürlich, sie ist ja noch ein junger Hund und will eigentlich nur fressen und spielen in ihrem wunderbaren Hundeleben. Aber für mich ist es wichtig zu wissen, was genau sie tut, wenn wir weg sind.

Als sie noch ein Welpe war, haben wir uns damit beholfen über Skype oder FaceTime zu videotelefonieren. Allerdings ist dabei die Akkulaufzeit der Handys ein echtes Problem, denn so eine Videokonferenz frisst den Akku rasend schnell weg. Außerdem muss immer ein Handy vorhanden sein, das man daheim lassen kann. Als zweite Variante haben wir einfach unser Tablet zu Hause positioniert und eine Videoaufzeichnung gestartet. Im Nachhinein konnten wir uns dann die Videos ansehen. Allerdings war hier natürlich die Speicherkapazität ein Problem. Mehr als eine Stunde wurde einfach nie aufgenommen. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach einer einfacheren Lösung gemacht: Es muss doch eine App geben, die dieses Problem löst. Ja! Es gibt sogar ein paar. Einige davon stelle ich euch heute kurz vor.

Bei diesen Apps geht es immer darum zwei smarte Geräte, in meinem Fall mein Smartphone und unser Tablet, zu einer Überwachungseinheit umzufunktionieren. Ein Gerät bleibt zu Hause beim Haustier (bei mir das Tablet), das andere (mein Smartphone) wird mitgenommen. Diese Apps sind kostenlos und man muss sich kein weiteres Equipment kaufen.

Hunde Monitor: Haustier & Katze Kamera

Die Installation der App stellte sich als relativ einfach heraus, eine Verbindung zwischen den Geräten herzustellen hat zwar nicht automatisch geklappt aber mit dem QR-Code zum Einscannen wurde die Verbindung dann sehr rasch hergestellt. Anschließend muss man festlegen, welches der Geräte beim Haustier verbleibt (man drückt auf das Pfotensymbol) und welches beim Besitzer (Symbol mit der Person). Mein Smartphone bestätigte den Verbindungsaufbau mit einem Benachrichtigungston, der etwa 8 mal hintereinander abgespielt wurde - sehr nervig. Dieses hysterische Verhalten legt das Smartphone immer dann an den Tag, wenn ich irgendetwas in der App berühre, wie z.B. wenn ich die Videoübertragung beginne oder beende. Die Qualität der Videoübertragung lässt außerdem sehr zu wünschen übrig, wie man auf einem der Screenshots erkennen kann. Dennoch würde dies ausreichen um zu erkennen, wenn sich das Haustier bewegt. Doch leider gab es Verbindungsprobleme, obwohl ich mich mit beiden Geräten (Tablet und Smartphone) für diesen Test im gleichen WLAN befand. Wird der Hundemonitor minimiert, wenn ich z.B. eine andere App öffne oder einen Anruf entgegen nehme, so kappt das die Verbindung zum zweiten Gerät. Mir war es nicht mehr möglich mit meinem Smartphone auf die Kamera des Tablets zuzugreifen. Ein erneutes Verbinden zwischen den beiden Geräten scheiterte kläglich. Der Hunde Monitor hat also gerade mal eine einzige Übertragung durchgehalten, danach war bis heute andauernde Sendepause.


FAZIT: durchgefallen


Petcam - Hunde Monitor | Haustier Kameraapp

Die Installation und das Aufsetzen der App verlief am Tablet einwandfrei. Man muss ein Profil anlegen, um die App nutzen zu können. Beim Smartphone hatte ich allerdings einige Probleme (wie bereits der erste Screen mit falscher Auflösung zeigt), die schlussendlich dazu führten, dass ich die Installation der App nicht abschließen konnte. Der letzte Screen zeigt "Willkommen! ..." Ich kann weder scrollen oder diesen Text bestätigen noch irgendwie sonst den Screen verlassen. Der Willkommensscreen ist das "Dead end" der App. Am Tablet bin ich über diesen Schritt hinaus gekommen und könnte mich nun mit einem anderen Gerät verbinden. Da mir aber nun das zweite Gerät fehlt, wird es dazu nicht kommen und die App ist bereits wieder deinstalliert.


FAZIT: durchgefallen


Petcam - Pet Camera

Ich muss zugeben, ich hab den Text im PlayStore nur ganz schnell überflogen bzw. so gut wie gar nicht gelesen. Sonst wär mir gleich aufgefallen, dass der Name der App leider nicht Programm ist. Dabei handelt es sich nämlich nicht um eine Überwachungsapp, sondern um eine Foto App, die mit Hilfe von verschiedenen Geräuschen dein Tier dazu bringen soll in die Kamera zu sehen. Diese App hab ich gleich wieder deinstalliert, denn dazu brauch ich nur ein kleines Leckerli an die Kamera halten und schon schaut unser Wauzi aufmerksam in die richtige Richtung. Für einige mag das aber sicher eine nützliche App sein.


FAZIT: Ganz ok, jedoch "falsche" Anwendung für meinen Zweck


Alfred - Handy als Überwachungskamera

Vorab muss ich anmerken, dass es sich hier eigentlich um keine App speziell für Haustiere handelt, sondern um eine Überwachungskamera-App für zu Hause. In meinem Fall überwache ich eben meinen Hund. Diese App kann nur verwendet werden, wenn man eine gültige Gmail-Adresse hat. Andere Email Adressen werden nicht akzeptiert. Hat man diese Hürde einmal geschafft, kann direkt losgelegt werden. Im Startscreen sieht man die verbundenen Geräte (theoretisch könnte man auch mehrere Handys zugleich überwachen lassen). Wenn man auf die Verbindung klickt öffnet sich ein eigenes Fenster, in welchem der Videostream gezeigt wird und sich einige Einstellungen vornehmen lassen. Zudem kann man Videosequenzen aufzeichnen und diese "Momente" anschließend mit Freunden teilen. In dieser App kann ich sogar auf die Kamera des Überwachungsgerätes zugreifen und z.B. von der normalen Kamera auf die Frontkamera umschalten. Die Qualität des Videos ist sehr gut. Es gibt sogar die Möglichkeit einen Bewegungsdetektor zu aktivieren, d.h. bewegt sich etwas im beobachteten Segment bekommt man eine Benachrichtigung. Bei Verbindungsproblemen wird man ebenfalls benachrichtigt. Sollte das andere Gerät ausfallen oder abgeschalten werden, erscheint die Meldung "Hoppla! Ihre Kamera ist offline". Insgesamt funktioniert Alfred einwandfrei und kann für die Haustierüberwachung super zweckentfremdet werden.

 

Download: Android, iOS


FAZIT: gut


Conclusio:

Die Haustierüberwachungsapps aus meinem Test sind leider stark ausbaufähig. Überzeugt hat mich Alfred, die Überwachungsapp für daheim. Die Qualität des Bildes ist gut und die Verbindung mit dem Überwachungsgerät funktioniert einwandfrei, sogar dann, wenn man in der Zwischenzeit andere Apps bedient. Die Übertragung kann jederzeit wieder aufgenommen werden, ohne zuerst auf dem Überwachungsgerät freigegeben werden zu müssen.

 

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich hier nicht auf all jene Apps eingegangen bin, die ein Zubehör zu (Überwachungs-)Kameras darstellen. Ich wollte mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln eine einfache Lösung für mein Problem finden. Daher bin ich nie davon ausgegangen mir eine (teure) Überwachungskamera anzuschaffen. Da bei uns zu Hause immer ein Tablet "herumliegt" reicht dies vollkommen als Kamera. Man kann ebenso alte Handys, die nicht mehr gebraucht werden als Kamera nutzen. Außerdem habe ich nur Apps getestet, die kostenlos sind (weshalb immer Werbung eingeblendet wird). Solltet ihr eine kostengünstige und gute App finden, freue ich mich über einen kleinen Testbericht von euch in den Kommentaren.

 

Alles Liebe,

eure Alex


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