Ideenräuber & was man dagegen tun kann

Vor einigen Wochen hatten wir ein interessantes Gespräch mit einem neuen Kunden. Er war absolut von seiner Geschäftsidee überzeugt, schien top motiviert und wollte unbedingt sofort damit loslegen, seine Idee mit uns in die Tat umzusetzen. Doch etwas belastete ihn:

 

"Wenn ich euch meine Idee erzähle, woher weiß ich denn, dass ihr sie nicht für euch selbst verwendet?", äußerte er sein Bedenken.

 

Eine sehr berechtigte Frage, denn geistiges Eigentum kann von enormem Wert sein - ein Umstand dessen Gültigkeit besonders im App-Business immer wieder bestätigt wurde. 

 

Kein Wunder also, dass unser Kunden eine gewisse Absicherung von uns wollen. Von vorn herein erklären wir unseren Kunden, dass wir ihre Idee weder für uns selbst noch für irgendjemanden sonst erfahren wollen. Aber ohne die Idee zu kenne, können wir sie natürlich auch nicht in ein App umsetzen. Was also tun?

Das Zauberwort lautet: "Geheimhaltungsvereinbarung" oder "NDA" (non-disclosure-agreement).

 

Um gegenseitig Informationen austauschen zu können ohne von betrügerischen Absichten seines Gegenübers ausgehen zu müssen, ist es üblich "Geheimhaltungsvereinbarungen" zu unterzeichnen. In solchen Vereinbarungen wird festgelegt:

  • welche Informationen geschützt werden müssen,
  • wer von der Vereinbarung betroffen ist,
  • ab/bis wann die Vereinbarung gilt und
  • welche Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Vereinbarung getroffen werden.

Für uns, die SeppsApps OG, steht fest, dass Geheimhaltungsvereinbarungen lediglich dazu dienen, das von unseren Kunden entgegengebrachte Vertrauen zu untermauern. Es ist uns besonders wichtig immer wieder festzuhalten, dass wir auch ohne derartige Vereinbarungen absolut vertraulich und professionell mit den übergebenen Informationen umgehen. 

 

Da wir die Ideen unserer Kunden zur Evaluation und später auch zur Entwicklung an unser Team in Indien weitergeben müssen, gibt es auch zwischen SeppsApps.com und dem Entwicklungsteam NDA´s. Auch diese Vereinbarung dient zur Demonstration der Professionalität, denn das Arbeitsverhältnis zu unserem Entwicklungsteam in Indien ist mehr als eine reine Zweck-Gemeinschaft. Wir arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen und haben unser gegenseitiges Vertrauen erarbeitet. Diesen Vorteil geben wir gerne an unsere Kunden weiter.

Und dann passiert es doch:

Kurz nach der Erstveröffentlichung, findet man eine ähnliche App im Internet.

Was ist passiert? Hat jemand in der Geheimhaltung gepatzt? Wurden Server gehackt und die Idee gezielt gestohlen?

Es geschieht immer wieder - Gute Ideen werden kopiert. Wie schützt man sich? Patent? Anzeige?

 

Sobald eine App in einem Store veröffentlicht wurde, ist sie für ein breites Publikum sichtbar - eine Gelegenheit für Trittbrettfahrer sich gute Ideen für ihr eigenes Geschäft zu holen. Das bedeutet leider, dass es von guten Produkten früher oder später weitere ähnliche Produkte geben wird. Richtigen Schutz davor gibt es nicht, da eine Patentierung von Software so gut wie unmöglich und außerdem höchst unratsam ist. Auch rechtliche Schritte einzuleiten ist wirkungslos, sobald sich der Kopierende nicht in unmittelbarer Nähe (z.B. außerhalb der EU) befindet. Zwar kann man seine Marke als Wort, Bild oder eine Kombination daraus schützen lassen - häufig bringt aber auch das nicht viel. 

 

Was hilft also, wenn man sich vor gemeinen Kopien im Internet schützen möchte? Die Antwort ist so einfach wie motivierend: Weiterentwickeln! Wer seinen Imitatoren immer einen Schritt voraus ist, ist davor geschützt, dass seine Idee einfach kopiert wird. Studien haben sogar gezeigt, dass Produkte, die sich auf der scheinbaren Sicherheit eines Patents ausruhten und "stehen bleiben" wirtschaftlich unrentabler sind als jene, die keinen derartigen Schutz hatten und daher stetig weiterentwickelt wurden.

 

Wir sehen die Problematik der Imitate mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Man kann durch Geheimhaltungsvereinbarungen das Vertrauen untereinander stärken - sich dadurch aber von Nachahmern zu schützen ist unmöglich. Dieser Gedanke spornt uns aber an die Ideen unserer Kunden bereits von vorn herein genauestens zu durchleuchten und mögliche Updates von Beginn an einzuplanen.


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